Zitat von Anton Pelinka
Anton Pelinka ist ein renommierter Politikwissenschaftler, der viele interessante und zugleich brisante Bücher verfasste. Während meinem Studium der Politikwissenschaften stieß ich beim Durchstudieren seines Buches „Gründzüge der Politikwissenschaft“ auf folgendes Zitat, welches außerdem perfekt zur kürzlich bestrittenen Nationalratswahl passt:
„Die wachsende Mobilität von Menschen im Zeitalter der „Globalisierung“ stellt die Demokratie freilich zunehmend vor Probleme, die mit der notwenigen Balance zwischen plebiszitären und repräsentativen Elementen nur indirekt zusammenhängen: Die Vorstellung, es könne außer Streit gestellt werden, was als „Volk“ (demos) entscheidender Bezugspunkt („Souverän“) der Demokratie ist, entspricht nicht der Wirklichkeit. Migrationströme zwingen jede Demokratie, den Zugang zum „Volk“ zu definieren und zu regeln. Diejenigen, die sich als Teil eines bestimmten Volkes fühlen, neigen oft dazu, den Zugang zu „ihrem“ Volk möglichst zu erschweren, und bedienen sich dabei oft plebiszitärer Instrumente. Die Folge ist, dass – vor allem in den wohlhabenden Industriegesellschaften – eine große (wachsende) Zahl von Menschen lebt, die zwar den Bestimmungen (Gesetzen) eine Demokratie unterworfen sind, aber – weil nicht zum „Volk“ gehören – an dieser Demokratie nicht teilhaben können. Die wachsenden Schwierigkeiten, möglichst eindeutig zu definieren, was ein „Volk“ ist, sind eine besondere Herausforderung an die Demokratieentwicklung der Zukunft. Diese Herausforderung bestimmt auch die Suche nach einer Demokratie in der Europäischen Union – den wer ist das „Volk“ dieser Union, wenn nicht akzeptiert wird, dass es ein „Europäisches Volk“ gibt?“
„Die wachsende Mobilität von Menschen im Zeitalter der „Globalisierung“ stellt die Demokratie freilich zunehmend vor Probleme, die mit der notwenigen Balance zwischen plebiszitären und repräsentativen Elementen nur indirekt zusammenhängen: Die Vorstellung, es könne außer Streit gestellt werden, was als „Volk“ (demos) entscheidender Bezugspunkt („Souverän“) der Demokratie ist, entspricht nicht der Wirklichkeit. Migrationströme zwingen jede Demokratie, den Zugang zum „Volk“ zu definieren und zu regeln. Diejenigen, die sich als Teil eines bestimmten Volkes fühlen, neigen oft dazu, den Zugang zu „ihrem“ Volk möglichst zu erschweren, und bedienen sich dabei oft plebiszitärer Instrumente. Die Folge ist, dass – vor allem in den wohlhabenden Industriegesellschaften – eine große (wachsende) Zahl von Menschen lebt, die zwar den Bestimmungen (Gesetzen) eine Demokratie unterworfen sind, aber – weil nicht zum „Volk“ gehören – an dieser Demokratie nicht teilhaben können. Die wachsenden Schwierigkeiten, möglichst eindeutig zu definieren, was ein „Volk“ ist, sind eine besondere Herausforderung an die Demokratieentwicklung der Zukunft. Diese Herausforderung bestimmt auch die Suche nach einer Demokratie in der Europäischen Union – den wer ist das „Volk“ dieser Union, wenn nicht akzeptiert wird, dass es ein „Europäisches Volk“ gibt?“
Simfi - 11. Okt, 22:45
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